My Microsoft is not working
Es gab zwei Gründe, warum ich auf Omarchy umgestiegen bin.
- Der Druck
- Windows ging mir auf die Nerven, mit endlosen Hinweisen zum OneDrive-Abo und einem Drucker, der sich jedes Mal verabschiedete, wenn ich Matheaufgaben für meine Tochter ausdrucken wollte.
- Der Sog
- Lex Fridman veröffentlichte sein Gespräch mit DHH, dem Erfinder von Omarchy, und es machte sofort klick.
Meinen Laptop stellte ich sofort auf Omarchy um, nur um es auszuprobieren. Zwei Tage später war ich so begeistert, dass ich auch meinen Desktop umstellte, und ich habe es nie bereut.
Mit klarer Haltung, und genau darum gut
DHH beschreibt Omarchy als «beautiful, modern & opinionated Linux», und genau darin liegt seine Stärke. Es gibt keine Titelleiste mit Schliessen-Knopf und keine Taskleiste. Viele würden das sehen und sagen, das akzeptieren die Benutzer nie. Er hat einfach gebaut, was ihm gefällt, und das Ergebnis spricht für sich: Innert Stunden hatte ich die Tastenkürzel im Kopf und nutzte die Fensterverwaltung, als hätte ich nie etwas anderes gemacht. Manchmal braucht es schöpferische Zerstörung. Wir können nicht immer weitermachen wie bisher und zuerst alle nach ihrer Meinung fragen. Darum kommt Innovation auch oft aus Ecken, aus denen man sie nicht erwartet. Wie Clayton Christensen in The Innovator’s Dilemma gezeigt hat, werden neue Ideen in etablierten Organisationen von bestehenden Prozessen und Werten erstickt, ausser man misst sie mit anderen Massstäben als das Kerngeschäft.
Ein Betriebssystem, mit dem man spricht
Was mich von Anfang an gereizt hat, war die Idee eines formbaren Betriebssystems, das man mit KI gestaltet. Omarchy bringt einen Skill mit, der der KI erklärt, wie das System aufgebaut ist und wie man es ändert. Man sucht sich nicht mehr durch die Einstellungen, bis man den richtigen Schalter findet. Man sagt dem Computer, was man will, und er nimmt die Änderung selbst vor. So etwas habe ich noch nie erlebt.
Genauso beeindruckend ist es aus der Sicht von jemandem, der Systeme installiert und betreut. Stürzt etwas ab, untersucht die KI das System, findet die Ursache, schlägt eine Lösung vor und schreibt einen Fehlerbericht mit allem, was die Entwickler brauchen. Ich denke an all die Stunden, die unsere Teams über die Jahre mit Tickets ohne brauchbare Angaben verbracht haben.
Nie vergessen werde ich das Ticket, auf dem nur stand:
«My Microsoft is not working.»
Wobei, wenn ich es mir recht überlege, genau das ist mir passiert …
Schön
Und dann ist Omarchy einfach schön, genau wie DHH verspricht. Es funktioniert, es ist anders, und es gefällt mir. Ich freue mich darauf, den Computer zu starten, ich mag den Bildschirmschoner, und mir gefällt, wie alles zusammenpasst. Man muss auch nicht bei dem bleiben, was ab Werk kommt. Omarchy bringt 22 Themes mit, die Community bietet viele weitere, und alles andere kann man leicht selbst ändern.

Fazit
Für mich hält das Versprechen, und es hat mir wieder einmal gezeigt, dass man etwas erst richtig lernt, wenn man es ausprobiert. Am meisten gefällt mir, wie tief die KI-Agenten ins System eingebunden sind. Systeme, die sich selbst erklären, reparieren und ihre Fehler melden, werden verändern, was IT kostet und wer sie verstehen muss. Was mich betrifft: Ich weiss nicht einmal, ob der Dual Boot noch funktioniert. Seit dem Wechsel habe ich Windows kein einziges Mal gestartet.