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Ins kalte Wasser, aber mit System

Die Fleissarbeit macht die Maschine, ich entscheide.

Als langjähriger Aareschwimmer kenne ich kaltes Wasser. Nach 20 Jahren bei der fenaco bin ich auch beruflich hineingesprungen und habe schnell gemerkt, dass ich in der Stellensuche etwas eingefroren war. Doch wie gehe ich die Suche selbst effizient an? Ich habe beschlossen, doppelt zu profitieren. Ich setze dafür künstliche Intelligenz ein und sammle so direkt eigene Erfahrungen.

Im verschneiten Garten im kalten Wasser, lachend am Beckenrand

Die Fleissarbeit

Die technische Basis für diese Website und nun auch für die Stellensuche ist Obsidian, ein Programm, das Notizen als einfache Textdateien speichert. Meine Notizen liegen damit lokal bei mir auf dem PC, geordnet nach Wissen, Tagesnotizen und laufenden Projekten. Die Stellensuche ist eines dieser Projekte. Darin liegen das Suchziel, jede Bewerbung mit ihrer Recherche, die Kontakte, die Headhunter und die Notizen aus dem Coaching. Dazu hat Claude, ein KI-Assistent, Zugriff auf mein Gmail und mein Google Drive, wo Job-Alarme und Unterlagen liegen. Was Claude darf, lege ich fest.

Ich habe so viele Quellen wie möglich abonniert, als Mail-Benachrichtigung oder als Webseite, die regelmässig abgerufen wird. Jede Nacht um drei Uhr läuft die Suche. Claude liest die Job-Alarme im Postfach, die grossen Stellenportale, die Mandate von Headhuntern und die Stellenseiten einzelner Firmen. Jede neue Stelle wird am Ziel gemessen und bekommt eine Ampel, 🟢 für passt, 🟡 für genauer anschauen und 🔴 für passt nicht. Zu jeder Bewertung gehört ein Zitat aus dem Inserat, damit ich sehe, worauf sie beruht. Seit Anfang August wurden mir so 478 Stellen zur Bewertung vorgelegt.

Der Entscheid

Am Morgen steht alles in meiner Tagesnotiz, zusammen mit meinen anderen Aufgaben. Ich gehe jede Stelle selbst durch und ordne sie ein, passt oder passt nicht, und warum. Es ist wie bei einer Stellenbesetzung. Jemand trifft eine Vorauswahl, entschieden wird in der Linie. Wo ich es für nötig halte, gebe ich eine detaillierte Analyse in Auftrag. Meine Rückmeldung fliesst in die Regeln zurück, und der nächste Lauf trifft etwas genauer. Statt mich durch Portale zu klicken, bin ich so täglich in wenigen Minuten auf dem aktuellen Stand.

Passt eine Stelle, recherchiert Claude die Firma und legt alles in einer Bewerbungsnotiz ab. Jede Bewerbung lasse ich danach von Claude gegenlesen, einmal aus Sicht der HR-Verantwortlichen und einmal aus Sicht der Ansprechperson. Geprüft wird, wie lang sie ist, wie sie ankommt, was stark ist und was besser werden soll. Gesendet wird nichts, bevor es meinen Stempel trägt.

Das Resultat

Mit diesem Ablauf habe ich mir einen Assistenten aufgebaut. Er sammelt, recherchiert und sorgt dafür, dass der Prozess läuft. Entscheiden und Gespräche führen bleibt meine Arbeit. Und die gewonnene Zeit gehört dem kalten Wasser. 😄